Textdesign – Wie Rechtschreibung und Grammatik das Erscheinungsbild von Texten und Layouts verändern kann

In den letzten Jahren wurden viele Neuerungen in Sachen Rechtschreibung und Grammatik geschaffen, die Einfluss auf das Aussehen der Texte genommen haben. Hierdurch bedingt wird auch das Layout Veränderungen unterworfen, die das Lesen beinträchtigen.

Texte sollen auffallen, nicht zu lang sein, farblich zum Hintergrund passen oder mit wenigen Schriften harmonieren und der Inhalt der Texte soll über die Gestaltung nicht zu eintönig erscheinen, damit ein angemessener Lesefluss gewährleistet wird. Dies kann allerdings durch verschiedene Faktoren gestört werden. Nachfolgend werden einige dieser wesentlichen Beeinflusser vorgestellt.

Überschriften, Zwischentitel, Satzteile oder wichtige Wörter in Großbuchstaben hervorzuheben führt zu einem stockendem Leseprozess. Allein schon die Groß- und Kleinschreibung von Buchstaben in den Wörtern erfasst das Gehirn beim Lesen, so dass äußerst rasch das Verstehen des Sinnes möglich ist. Schon beim Überfliegen von Texten fallen diese Bereiche ins Auge!

Aber nicht nur diese! Durch die Bindung mehrerer, ursprünglich zusammengesetzer Substantive über Bindestriche, erzeugt dennoch einzelne Bestandteile. Dies wird immer häufiger in Texten angewendet, um das Lesen zu verbessern, damit der Inhalt klarer verstanden wird. Oder dies wird gebraucht, um ein bestimmtes Wort oder eine Aussage im Text hervorzuheben. Diese Handhabung führt dazu, dass Textzeilen länger werden und auch die Lesezeit erhöht wird. Der Duden stellt die Zusammenführung von Substantiven zu einem neuen Begriff als besonderes Merkmal der deutschen Sprache heraus, die zwingend zusammen zu schreiben sind.

Was bei Zusammensetzungen aus fremdsprachlichen Vokabeln mit deutschen Wörtern allerdings noch stärker unter der Verwendung der Bindestriche zu beobachten ist, wirkt sich entscheidend auf die sichtbare Form aus. Bei Flattersatz und vor allem bei linksbündigen Texten, die recht schmal oder in Form von Textspalten verwendet werden, rutschen Wortverbindungen durch zahlreiche Trennungen in die nächste Zeile und führen zu einem stockenden Lesefluss. Zudem harmoniert der Text nicht mehr in geeigneter Form mit dem Layout. Das einheitliche Bild der Textseite wird gestört.

Des Weiteren führen umgangssprachliche Formulierungen, die mit Bindestrichen abgetrennt werden, zu einem Verlust der gehobenen Sprache in Texten, wodurch die adäquate Verschriftlichung leidet. Umstellungen von Wörtern und konkretere Ausdrucksweisen werden aus Gründen der besseren Verständlichkeit somit umgangen. Eine hinreichende Lesegeschwindigkeit bleibt hierbei auf der Strecke!

Über diese Schreibweisen entstehen Schusterjungen, also Zeilen, die einzeln auf der nächsten Seite stehen. Oder auch der Fliegenschiss wird hierdurch begünstigt, der als abgetrennter Wortteil in der nächsten Zeile oftmals verloren erscheint. Ein einheitliches Textbild wird vermieden und das Aussehen des Layouts wirkt unausgeglichen!

Die Interpunktion in Texten hat in sinnvoller Art und Weise den Lesefluss zu unterstützen und eine stimmige Struktur herstellen. Leider beeinträchtigt eine ungenügende Kommasetzung die Sinnerfassung von Satzteilen. Zu beachten ist dabei, dass ein Semikolon mehr den Sinn eines Satzes untergliedert und ein Komma diesen zusätzlich ergänzt. Aufzählungen einzelner Wörter, die durch Kommas abgetrennt werden, und kurze Erklärungen in Klammern behindern ebenso den Leseprozess wie fehlende Satzschlusspunkte bei ausformulierten Sätzen.

Für ein entspanntes und zügiges Lesen sollten Texte zudem nicht zu lange Zeilen aufweisen. Die Schriftgröße spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Je nach Schriftart sind Längen und Abstände der Zeichen in ihrem Erscheinungsbild unterschiedlich aufgebaut. Dies kann je nach Schriftgröße den Lesefluss erheblich stören oder sehr gut fördern. Demnach sollten Texte nicht zu breit bzw. auch nicht zu lang sein. Das Auge ermüdet schnell und das Gehirn schaltet nach wenigen Momenten. Außerdem sind verschiedene Textteile angemessen auf einer Seite anzuordnen um Bilder, Farben oder graphische Elemente nicht zu überlappen oder zu streifen.

Wer also Texte verfasst, ist angehalten auf viele Punkte zu Rechtschreibung und Grammatik zu achten, damit ein ausgeglichenes Textdesign gewährleistet wird und die Aufmerksamkeit des Lesers nicht leidet.